Erstes Grab Kurt Eisner am Ostfriedhof München

Weltweit wichtigen Demokratie-Ort sichtbarer machen

Das „Erste Grab des ersten Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern“ Kurt Eisner: Historisch Interessierte wissen, dass seine Urne seit 1919 am Münchner Ostfriedhof begraben war, ab 1922 in einem von den Münchner Gewerkschaften gestalteten Denkmal. Nach einem Stadtratsbeschluss im Juni 1933, initiert durch Nazi-Stadträte, wurde es geschleift und die Urne zum Neuen Israelitischen Friedhof im nördlichen Schwabing/nahe Alte Heide übermittelt, wo das Grab bis heute ist. Auch wenn am Ostfriedhof ein Gedenkstein im Jahre 1955 in kleinerer Version wiederhergestellt wurde, wird an dieser Stelle bis heute nicht klar, dass dies das ursprüngliche Grab war. Dieser Zustand soll so bald wie möglich durch ein wie auch immer gestaltetes „Demokratie-Gedenk-Zeichen“ an dem schönen Ort im Ostfriedhof geändert werden (Stand: August 2026).

Weil es Zeit ist für neue positive, friedliche, faktenbasierte Erzählungen für unsere Demokratie- und Erinnerungs-Kultur. Die aktiven Menschen der Demokratiewerdung Bayerns und Deutschlands rund um den Pazifisten und Demokraten Kurt Eisner haben 1918/19 viele Beispiele vorgelebt. Für die Zukunft unserer Demokratie müssen wir uns mehr an sie erinnern.

Erstes-Grab-Kurt-Eisner-Symposium

Am 10.11.2025 im Derya-Grill, ex-Goldener Anker, Schillerstraße 34, München

Frauenwahlrecht, „Massenbildung“, Friedensarbeit – #bayerischermahatmaghandi #bavarianmahatmaghandi

Selbstverständlich müssen dabei städtisch-demokratische Entscheidungswege, historische und erinnerungs-kulturelle Debatten und Strukturen berücksichtigt wie auch über temporäre Gestaltungen nachgedacht werden. Um die Debatten weiterzuführen und/oder neue Impulse beizusteuern, fand am 10.11.2025 das Erste-Grab-Kurt-Eisner-Symposium statt.

Auf dem „Podium“: Carmen Dullinger-Oßwald, Robin Cassell, Beate Bidjanbeg, Fritz Letsch, Albert Earle Gurganus, Ingrid Scherf, Michael Stephan, Stephen Milder, Max Zeidler und weitere

Es war berührend, an einem der historischen Orte zusammenzukommen, an denen die Demokratiewerdung Bayerns und Deutschlands 1918/19 erarbeitet wurde. Hier, damals das Wirtshaus „Goldener Anker“ (Link zu mehr Infos), haben AktivistInnen, darunter Kurt Eisner, ab Dezember 1916 wöchentliche „Montagsgespräche“ veranstaltet, die offen für alle Interessierten waren und sich mit der friedlichen Beendigung des Ersten Weltkriegs befassten. Weitere Orte in München waren das Großhaderner Haus Belli/Eisner und die Treffen des Münchner Arbeiterjugend-Bildungsausschusses an wechselnden Versammlungsorten.

Schade, dass auch hier nirgends ein „Demokratie-Gedenk-Zeichen“ an diesen wichtigen Ort erinnert.

Hier das Programm-.pdf,  Hier ausführlicher im Sachbericht (bitte Links klicken).

Herzlichen Dank für die Organisation & finanzielle Unterstützung an Fritz Letsch, Benno Heisel, Tahsin Nabi & Team, intervox-Nicki K. Weber, Pat Hubert, Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Kurt Eisner Verein für politische Bildung in Bayern e.V., Gewerkschaft ver.di (Ortsverein Medien München), Stadtteilparlament BA 2 Isarvorstadt-Ludwigsvorstadt v.m.

Auftakt mit der Express Brass Band (Foto)

Video-Dokumentation des magischen Vormittags vom 10.11.2025

  • Zunächst ein Foto links von der Express Brass Band, die für einen tollen Auftakt vor der Tür ab 9.00 Uhr sorgte.
Teil 1/4 des Symposiums (Video, 46 min)
  • Teil 1 des Symposiums: Auftakt Max Zeidler/Fritz Letsch, Gruß Carmen Dullinger-Oßwald (erkrankt), Robin Cassell (Urenkel Kurt Eisners), Panel 1 „Frauen(-wahl)recht und Kurt Eisner“ Beate Bidjanbeg/Schüler Juri/Fritz Letsch und Diskussion (Video, 46 min).
Teil 2/4 des Symposiums (Video, 46 min)
  • Panel 2 „Friedensmacher & Internationaler Geistesarbeiter mit dem Motto „Demokratie vor Sozialismus““ Albert Earle Gurganus/Ingrid Scherf und Diskussion (Video, 46 min).
Teil 3/4 des Symposiums (Video, 45 min)
  • Panel 3 „Zum empörenden Vorgang der Entfernung des ersten Grabs, und zur (Un-)sichtbarkeit Eisners und der Demokratie-AktivistInnen in der Erinnerungskultur Münchens“ Michael Stephan/Stephen Milder und Diskussion, dann Panel 4 Abschluss-Diskussion Max Zeidler (erster Abschnitt) (Video, 45 min).
Teil 4/4 des Symposiums (Video, 8 min)
  • Rest von Panel 4 mit Verabschiedung Resolution und Abschluss Max Zeidler (Video, 8 min).
Ein letztes Sound of Silence (Video, 24 s)
  • Zum Abschied ein letztes Sound of Silence mit Rundum-Blick in die Crowd (Video, 24 s).

Vielen herzlichen Dank an alle fürs Dabeisein! Technisches Detail: Hier ein Link zum Symposium als Wiedergabeliste mit allen Teilen. Viel Spaß beim Schauen.

Materialsammlung

Foto #1